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Was ist der Sinn eines Lautsprechers?

In den Tiefen des Internets haben wir folgenden Ausspruch gefunden, den wir für eine sehr treffende Beschreibung der Aufgabe " Chassis- und Lautsprecherkonstruktion halten:

" Music is art, sound is engeneering"

Etwas ketzerisch könnte man die Grundlage von Audio Consequence auch mit dem Satz   " No voodoo, just physics" beschreiben.

Ein Lautsprecher ist nun einmal kein Musikinstrument und darf es auch nicht sein. Er hat in möglichst unbeeinflussender Weise das wiederzugeben, was sich Musiker und Toningenieure vorgenommen haben, uns zu Ohren zu bringen. Er soll keinen eigenen Sound erzeugen sondern den jeweiligen " Sound" wiedergeben, den die Musikschaffenden kreiert und - hoffentlich mit Bedacht - ausgewählt haben.

Wenn ein Lautsprecher oder ein anderer Teil der Wiedergabekette selbst " Sound" erzeugt, so kann das aber, abhängig von Hörgeschmack und Musikstil, durchaus als angenehm empfunden werden. Wie kann das sein?

Die simple und auch etwas ernüchternde Erklärung ist, dass die Eignung für einen bestimmten Musikstil aus unserer Sicht keineswegs eine Stärke bedeutet, sondern eben eine Schwäche. Die Schwäche, bestimmte Eigenschaften gerade nicht zu besitzen, die wiederum für andere Musikstile oder Aufnahme-Philosophien notwendig sind, deren Fehlen aber bei einer bestimmten Musikrichtung nicht weiter stört.

Das Ziel ist das Original, aber was ist dieses Original?

Wenn eine Violine oder ein Schlagzeug nicht so aus einer Stereoanlage ertönt, wie wir es von Live-Auftritten in Erinnerung haben, so kann das verschiedene Ursachen haben:

Eine andere Violine zum Beispiel. Oder einfach nur ältere Saiten. Der Aufnahmeraum war vielleicht besser gedämpft als unser Hörraum, es wurde ein anderes Mikrofon verwendet, vielleicht auch in einem anderen Winkel und einer anderen Entfernung zum Instrument aufgestellt und..und..und.. . Würde nun ein Lautsprecher versuchen, alle diese Einflüsse zu neutralisieren und im heimischen Wohnzimmer genau die Violine wiederentstehen zulassen, die wir am Vorabend im Konzert gehört haben - es könnte gelingen. Allerdings nur um den Preis, dass andere Instrumente und Aufnahmen um eben diese Korrektur verzerrt wiedergegeben würden. Das kann passen, muss es aber nicht.

Aus diesem Grund ist es unser Ziel, einen Schallwandler so zu konstruieren, dass er möglichst genau das wiedergibt, was auf LP, CD oder anderen Tonträgern enthalten ist. Ob uns dann dieser Klang  gefällt, entscheiden Musiker und Toningenieure, aber ein guter Lautsprecher sollte sich hier vornehm zurückhalten.

 

Somit muss es das Ziel eines universellen, für alle Stilarten von Streichquartett bis Heavy Metal, von unplugged bis Home Theater geeigneten Lautsprechers sein, das gesamte vorhandene Frequenzspektrum ohne Betonung oder Unterschlagung einzelner Bereiche abzubilden. Den Rest übernehmen die Musikschaffenden.

So einfach, wie es sich liest, ist es aber leider nicht und oftmals sind unsere Vorstellungen von idealen Verhältnissen schon längst durch das beeinflusst, was wir als vermeintlich richtig gelernt haben. Ein exakt waagerechter Strich als Frequenzgang gilt heute vielerorts als das Ideal. Ist er das wirklich? Wie ist dieser Strich zustande gekommen?

Die vermeintlich wichtigste Messung eines Lautsprechers ist der Frequenzgang auf Achse, also mit dem Messmikrofon exakt im Winkel von 0° vor dem Lautsprecher. Wie schon in " Warum Coaxial?" beschrieben, stellt sich das nun gar nicht so einfach dar. Bei einem herkömmlichen Mehrwege-Lautsprecher ist die horizontale Position 0° noch exakt definiert, aber was passiert in der Vertikalen? Ob sich das Mikrofon auf Höhe des Hochtöners oder des Tieftöners befindet, macht einen enormen Unterschied, nur welche Position ist die richtige?

Glücklicherweise ist dieses Problem bei Coaxial-Lautsprechern schon einmal vom Tisch und wir können uns einer anderen Frage widmen:

Bedeutet " linear auf Achse" auch " linear" am Ohr?

Linear auf Achse bedeutet, dass ein linearer Frequenzgang (ohne Berücksichtigung des Hörraumes) nur genau in einem Vektor ausgehend vom Lautsprecher abgestrahlt wird. Aufgrund des physikalisch bedingten, zunehmenden Abfalls der hohen Frequenzen mit zunehmendem Abhör-Winkel, werden also die Höhen schon " unterbelichtet" wiedergegeben, wenn wir uns nur ein kleines Stück von diesem Vektor entfernen.

Abhilfe würde es schaffen, sich nun immer an die exakt gleiche Position zu begeben und die Hochtöner auf genau diesen einen Punkt hin auszurichten. Der Sitznachbar hat dann eben Pech gehabt. Für die Verfechter dieser Variante könnte man aber auch guten Gewissens einen sehr guten Kopfhörer empfehlen.

Typ. Frequenzgang eines Hochtöners unter verschiedenen Winkeln  

Praxisgerechter scheint es, dafür zu sorgen, dass die gesamte Energieabstrahlung eines Lautsprechers gleichmäßig über die Frequenzen verläuft. Da hohe Töne zunehmend gebündelt werden liegt es also nahe, den 0° Frequenzgang so zu gestalten, dass sich ein leicht ansteigender Verlauf ergibt. Vereinfacht ausgedrückt sollte somit der Mittelwert der Messkurven unter verschiedenen Winkeln dem Ideal der waagerechten Linie entsprechen, und eben nicht der Maximalwert, der sich  in der Regel bei einem Winkel von 0° einstellt.


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