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Reflexionen bestimmen jegliche Schallabstrahlung in maßgeblicher Weise.

 

 

Zum einen haben Reflexionen innerhalb eines Treibers, z.B.  am Korb oder Motor, einen großen Einfluss auf Frequenzgang und Klirrverhalten

Auch innerhalb des Gehäuses sorgen Reflexionen für Fehler im Frequenzgang und ein verzögertes Ausschwingverhalten bei bestimmten, von den Gehäusedimensionen abhängigen Frequenzen.

Und schließlich können Reflexionen und Kanteneffekte im direkten äußeren Umfeld des Chassis einen hohen Einfluss auf dessen akustische Eigenschaften haben.

 

Zur Verdeutlichung ein kleiner Vergleich eines  immer gleichen   (und sehr guten) Hochtöners in verschiedenen Einbau-Umgebungen, jeweils auf Achse gemessen:

 

   

Deutlich ist zu erkennen, wie der Achsen-Frequenzgang durch die Einbau-Umgebung mehr oder weniger stark deformiert wird. Dabei üben sowohl die Dimension der Schallwand als auch die Position des Treibers in der Fläche sowie die Art der Schallwandkante einen starken Einfluß aus.

 

Hierbei wird auch sehr deutlich, dass ein simpler Messwerte-Vergleich zwischen einzelnen Hochtönern und solchen, die bereits in einen Tieftöner integriert sind, mehr als nur unfair ist, er ist schlicht irreführend:

Ein einzelner Hochtöner wird in der Regel in einer idealisierten, " unendlichen" Schallwand (nach DIN 165x135 cm mit genau definierter Position des Probanden) weitestgehend ohne störende Einflüsse des Umfeldes von aussen  gemessen. Beim Vergleich einzelner Hochtöner macht diese Methode auch durchaus Sinn, da eine Vergleichbarkeit verschiedener Treiber gewährleistet ist. Über das Verhalten eines in dieser Umgebung perfekten Treibers mit perfekt linearem Verlauf im späteren Lautsprecher sagt dies aber alleine wenig aus - entscheidend ist das Verhalten in der realen Umgebung.

Der Hochtöner eines Coaxial-Systems hingegen bringt zumindest einen Teil seiner späteren Umgebung bereits mit, auch wenn der gesamte Coaxial-Lautsprecher zum Vergleich wieder in eine DIN-Schallwand montiert wird. Der Einfluss der Schallwand ist um so größer, je näher die umgebende Fläche dem Hochtöner selbst ist. Und eben diese nächste Umgebung, beim Coaxial-Hochtöner somit der ihn umgebende Tieftöner, wird in diesem Fall schon mit gemessen.

Oft wird in Tests der wellige Frequenzgang (auf Achse) von Hochtönern in Coaxial-Systemen als Nachteil gewertet und dabei schlicht vergessen, dass sich selbst Spitzen-Hochtöner in realen Einbaubedingungen auch nicht anders verhalten - nur in der idealisierten Testumgebung weisen sie eine scheinbar makellose Linearität auf.

 

Dessen ungeachtet gibt es für die Entwicklung eines, dem Ideal der Punktschallquelle möglichst nahe kommenden Coaxial-Chassis, aufgrund der beobachteten Effekte folgende Punkte zu beachten und zu optimieren:

Eine minimale Reflexionsfläche hinter dem Tieftöner, realisierbar durch schlanke und strömungsgünstige Streben und einen möglichst schlanken Motor. Wer sich den Motor (Magnetsystem) von herkömmlichen Treibern einmal genauer anschaut wird schnell verstehen, dass es keine gute Idee sein kann, nahezu die gesamte Membranfläche von hinten mit einer massiven Wand zu " verschließen"

  Minimierung aller Ecken und Kanten um den Hochtöner herum. Auch hier kann über das Korbdesign einiges " geholt werden" , insbesondere in Anbetracht der späteren realen Einsatzbedinungen. Auch die Gestaltung der Sicke, die oft vom Hochtöner als Wall oder Wassergraben " gesehen" wird, kann auf diesen Einsatzzweck hin optimiert werden. Dass bei ansonsten hochwertigen Konstruktionen auch heute noch oftmals darauf verzichtet wird, die Befestigungsschrauben des Tieftöners zu versenken, ist angesichts der zu beobachtenden negativen Auswirkungen mehr als verwunderlich.

  Schließlich gilt es, den Übergang vom Hoch- zum Tieftöner und auch die Membran des Tieftöners selbst so zu gestalten, dass sie den Hochton-Schall möglichst wenig negativ beeinflussen. Scharfe Kanten und dem Hochtöner vorgelagerte, schwingende Trichter sind hierzu sicher nicht der beste Weg.

 

In der Chassis-Konstruktion beeinflussen sich buchstäblich hunderte von Parametern gegenseitig. Verändert man einen, wirkt sich dies auch direkt auf andere Werte aus. Die Kunst liegt nun darin, alle diese Werte in möglichst perfekten  Einklang zu bringen, unumgängliche Kompromisse zu minimieren und in der Summe das beste Ergebnis herauszuholen. Nicht für die unendliche Schallwand, sondern für die realen Lautsprecher, die am Ende mit einem Chassis realisiert werden.

 

 


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